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Die Flüchtlingshilfe Blumberg und die Stadt Blumberg laden am 23. Juli zum Tag der offenen Tür in die Adler Post in Zollhaus ein. Bei der Flüchtlingshilfe engagiert sich Martina Schloms.

Interview mit Martina Schloms

Frau Schloms, Sie leiten mit Ihrer Kollegin Andrea Sauter den Bereich Patenschaften bei der Blumberger Flüchtlingshilfe. Was hat Sie bewogen, sich dort zu engagieren?

 

Als sich die Flüchtlingswelle auf die Stadt Blumberg zubewegte und eine gewisse Zahl an Asylbewerbern angekündigt wurde, hielt ich es für eine bürgerliche Pflicht, den Menschen beim Start in ein neues Leben in einer neuen Umgebung zur Seite zu stehen. Viele Bürger hatten die Befürchtung, dass ein Ghetto von Flüchtlingen entstehen könnte. Ich habe mir gewünscht, eine Brücke zu den Einheimischen zu bauen, in dem man ganz einfach mit den Neuankömmlingen ins Gespräch kommt und die gefürchtete anonyme Gruppe zu individuell wahrgenommenen Menschen wird.

Wie viele Menschen engagieren sich derzeit in der Flüchtlingshilfe, wie groß ist der engere Kern?

Außer dem Bereich Patenschaften gibt es den wichtigen Bereich Deutschkurse, in dem sich glücklicherweise einige Bürger aus Blumberg und den Stadtteilen sehr engagiert einbringen. Dann gibt es noch den Bereich Freizeitaktivitäten und den Bereich Sachspenden. Für jeden Bereich gibt es einen Ansprechpartner, der wiederum ein Team von Ehrenamtlichen hinter sich hat.

Was konnten Sie bisher schon für die Integration bewirken, für die Kinder, die Jugendlichen und die Erwachsenen?

Bei unseren 14-tägigen Café-Treffs haben sich schon einige Freundschaften angebahnt. Seit letztem Herbst treffen wir uns nicht nur zum Kaffee oder Tee. Wir spielen Spiele mit den Neuankömmlingen, stehen bei Fragen zum Leben in Deutschland zur Verfügung und erklären auch manche offiziellen Briefe, die oft schon für uns selbst nicht einfach zu verstehen sind. Der Café-Treff dient auch dazu, interessierten Bürgern eine unverbindliche Möglichkeit zum Gespräch zu geben oder zu Aktivitäten einzuladen. So hatten wir letzten Monat Besuch vom Männergesangverein 1860 Blumberg. Die Abgeordneten vom Frauen- und vom Männerchor des Vereins haben die Neuankömmlinge zum Singen eingeladen und sich gleich für die darauffolgende Woche zur Probe verabredet.

Vom wem erhalten Sie bisher Unterstützung?

Hauptamtsleiterin Nicole Schautzgy von der Stadt ist eine große Stütze für die Flüchtlingshilfe. Sie hat diese nicht nur ins Leben gerufen, sondern koordiniert bis heute die Treffen des Organisationsteams und ist Dreh- und Angelpunkt unserer Arbeit. Die erste Zeit durften wir in den Räumen der Awo unsere Café-Treffs abhalten. Martina Gold von der katholischen Kirche verwaltet das Spendenkonto der Flüchtlingshilfe und gibt Unterstützung im Umgang mit traumatisierten Flüchtlingen. Die Homepage der Flüchtlingshilfe Blumberg www.fluechtlingshilfe-blumberg.de wurde ehrenamtlich gestaltet. Es gibt einige Ehrenamtliche, die sich mit Rat und Tat einbringen, für Fahrdienste oder Arztbesuche zur Verfügung stehen und einen tollen Einsatz leisten.

Am 23. Juli laden Sie mit der Stadt zusammen um 15 Uhr zum Tag der offenen Tür in die frühere Gaststätte Adler Post in Zollhaus ein. Was erhoffen Sie sich davon?

Die Bevölkerung soll sich ein Bild davon machen können, wie die Flüchtlinge hier in unserer Nähe untergebracht werden. Es soll aber auch die Möglichkeit zum Austausch mit den Aktiven der verschiedenen Bereiche der Flüchtlingshilfe geben. Es wäre natürlich schön, wenn wir dadurch weitere Unterstützer und Mitstreiter finden könnten. Beim Tag der offenen Tür werden sich auch die Flüchtlinge aus dem Schweizer Hof mit selbstgemachten Spezialitäten einbringen. Die Bürger sollen auch die Möglichkeit haben, mit Asylbewerbern ins Gespräch zu kommen.

Was sind die nächsten Ziele der Flüchtlingshilfe und wie kann man sie unterstützen?

In der nächsten Zeit erwarten wir Bewohner für die Unterkunft Adler Post. Da vor Ort keine Sozialbetreuung stattfinden wird, wird es unter anderem auch die Aufgabe der Flüchtlingshilfe Blumberg sein, diesen Neuankömmlingen Hilfestellung zu geben. Je mehr interessierte Helfer wir haben, die uns dabei unterstützen, desto besser können wir es schaffen, diese Menschen zu integrieren.

 

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